Elektroautos von Fisker

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Über Fisker

Große Visionen, ikonisches Design und am Ende der finanzielle Kollaps: Kaum ein Autobauer steht so sinnbildlich für dieses extreme Auf und Ab wie Fisker. Henrik Fisker versuchte gleich zweimal, die Branche zu revolutionieren – und ging beide Male in spektakulären Insolvenzen unter.

Bevor Henrik Fisker zum Autobauer wurde, hatte er sich bereits ein Denkmal im Automobildesign gesetzt. Aus seiner Feder stammen Ikonen wie der BMW Z8 und der Aston Martin DB9. Mit diesem feinen Gespür für Formen und Proportionen wollte er nicht mehr nur für andere zeichnen, sondern Autos unter eigenem Namen bauen, die kompromisslose Schönheit mit zukunftsweisender Nachhaltigkeit verbinden.

Im Jahr 2007 gründete er Fisker Automotive und präsentierte den Plug-in-Hybrid Fisker Karma. Doch die Technik war unzureichend erprobt. Es folgten Rückrufe wegen Batteriebränden. Als im Jahr 2012 der Batterielieferant A123 Systems pleiteging und zudem ein Hurrikan hunderte Neufahrzeuge im Hafen zerstörte, war das Schicksal besiegelt. 2013 folgte die erste Insolvenz. Die Reste der Firma wurden nach China verkauft (woraus die Marke Karma Automotive entstand). Henrik Fisker behielt jedoch die Namensrechte.

Zusammen mit seiner Frau Geeta Gupta-Fisker startete Henrik Fisker 2016 den zweiten Versuch: Fisker Inc.. Die neue Strategie hieß „Asset-Light“: Das Unternehmen designte die Autos in Kalifornien, überließ die kostspielige Produktion und Entwicklung der Hardware jedoch Partnern.

Der voll elektrische SUV Fisker Ocean wurde ab Ende 2022 beim renommierten Auftragsfertiger Magna Steyr in Graz, Österreich gebaut. Der Ocean überzeugte optisch und bot innovative Features wie den „California Mode“ (bei dem sich fast alle Fenster und das Dach gleichzeitig öffneten) sowie eine enorme Reichweite von bis zu 707 Kilometern. An der Börse wurde das Unternehmen zeitweise mit fast 8 Milliarden US-Dollar bewertet.

Als die ersten Ocean-Modelle Mitte 2023 an Kunden ausgeliefert wurden, zeigte sich ein fundamentales Problem: Die Software war völlig unausgereift. Fahrzeuge verloren plötzlich an Leistung, Assistenzsysteme fielen reihenweise aus und die Schlüsselanhänger versagten den Dienst. Vernichtende Testberichte von einflussreichen Tech-Youtubern wie Marques Brownlee und offizielle Untersuchungen von Sicherheitsbehörden brachten die Nachfrage schließlich komplett zum Erliegen.

Fisker saß auf tausenden produzierten, aber unverkäuflichen Autos, während das Geld rasant verbrannte. Rettungsversuche und Gespräche über Partnerschaften mit großen Autokonzernen wie Nissan scheiterten. Im Juni 2024 meldete Fisker Inc. Insolvenz an.

Am Fall Fisker wird deutlich: Atemberaubendes Design reicht bei E-Autos nicht mehr aus. Ein modernes Fahrzeug ist immer nur so gut wie seine Software.