Das Tesla Model S war bei seiner Premiere im Jahr 2012 die erste echte Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Bis heute setzt die Elektro-Limousine Maßstäbe hinsichtlich Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Beschleunigung, teilautonomen Fahren und drahtlose Software-Updates.

Das Model S war 2015, 2016 und 2017 das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Im Jahr 2017 lagen die Verkäufe in Europa sogar vor denen der Mercedes S-Klasse und des 7er BMWs.

Dabei hätte es ohne Mercedes-Benz das Tesla Model S vielleicht so nie gegeben. Im Mai 2009 beteiligte sich die Daimler AG nämlich mit 50 Millionen Euro an dem damals kleinen und kurz vor dem Konkurs stehenden Start-Up Tesla Motors Inc. und erhielt dafür 9,1 Prozent der Firmenanteile. Gleichzeitig wurde eine Partnerschaft vereinbart: Tesla entwickelte für die Mercedes-Benz B-Klasse den gesamten elektrischen Antriebsstrang und erhielt dafür im Gegenzug Zugang zum Lieferantennetzwerk von Daimler-Benz. Fensterheberschalter, Gangwahlhebel, Schiebedachtechnik und Lenksäule sind daher beim Model S die gleichen, die auch bei Mercedes Fahrzeugen eingebaut sind.

Tesla sieht sich selbst nicht als Autohersteller, sondern als Softwareunternehmen. Ähnlich wie Handys erhalten Fahrzeuge von Tesla laufend drahtlose Software-Updates, ohne dass die Autos dazu in eine Werkstatt müssen. Zum Teil lassen sich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Funktionen (z.B. Autopilot) gegen Bezahlung frei schalten.

Seit dem Produktionsstart hat Tesla seine Oberklasse-Limousine fortlaufend weiterentwickelt und mehrmals die Batteriekapazität der Kundennachfrage angepasst. Daher gibt es mittlerweile über 20 verschiedene Ausführungen des Model S mit unterschiedlichen Reichweiten und Leistungen. In Kalifornien hat Tesla Ende 2014 sogar eine Batteriewechsel-Station für das Model S getestet, die innerhalb von nur 3 Minuten vollautomatisch einen leeren gegen einen vollen Akku tauschen konnte. Aufgrund zu geringer Nachfrage wurde dieses Projekt aber eingestellt.

Insider-Informationen zufolge wollte Elon Musk den in Diensten von Jaguar stehenden Autodesigner Ian Callum als Chefdesigner gewinnen. Da dieser aber nicht zur Verfügung stand, beauftragte Tesla den renommierten Automobildesigner Henrik Fisker mit einem Entwurf für das Model S und verklagte ihn später erfolglos wegen Industriespionage. Seit 2008 ist der frühere GM- und Mazda-Designer Franz von Holzhausen Chefdesigner von Tesla und gestaltete das Design des Model S.

2014 gab es die wichtigsten Neuerungen bei der Elektro-Limousine des E-Auto-Pioniers. Zum einen wurde der Dualantrieb eingeführt, bei dem unabhängig voneinander ein Elektromotor die Vorder- und ein anderer die Hinterachse antreiben. Zum anderen konnte das Model S ab Oktober 2014 mit Autopilot-Funktionen bestellt werden.

Bis auf ein Facelift im April 2016, bei dem der sogenannte Nose Cone entfallen und die Front der Optik des Model X angeglichen wurde, wird das Model S fast unverändert in seiner ursprünglichen Form gebaut. Mit dem im Januar 2021 vorgestellten Facelift erhält das Model S neben dem neuen Plaid-Antrieb einen komplett überarbeiteten Innenraum, ein Lenkrad im Jetstil sowie ein nun quer liegenden 17 Zoll Touch-Screen. Diese Modelle wurden bislang aber nur in Nordamerika ausgeliefert.

Welche Modelle gibt es?

Plaid

Preis (2022): ab 137.990 €
Max. Reichweite (WLTP)
600 km
Spitzenleistung
1020 PS
Höchstgeschwindigkeit
282 km/h
0 - 100 km/h
2,1 Sek.
Technische Daten

Model S Mj. 2022

Preis (2022): ab 116.990 €
Max. Reichweite (WLTP)
634 km
Spitzenleistung
670 PS
Höchstgeschwindigkeit
250 km/h
0 - 100 km/h
3,2 Sek.
Technische Daten

Aufgrund der kontinuierlichen Weiterentwicklung gibt es vom Tesla Model S fast 20 verschiedene Ausführungen mit unterschiedlichen Leistungen und Reichweiten von 340 km bis 630 km. Bei den aktuellen Modellen ist die Reichweite nach WLTP angegeben. Allen anderen Auführungen liegt eine Schätzung aus NEFZ und EPA-Werten zu Grunde.

Ausführliche Modellübersicht

Wie schnell kann der Tesla Model S laden?

Nachgeladene Reichweite in 15 Minuten

Model S MJ 2022, DC 250 kW
204 km
Plaid, DC 250 kW
191 km

An Teslas neuen V3 Superchargern können die aktuellen Modelle mit einer Spitzenrate von bis zu 250 kW laden. Diese Ladeleistung erreicht das Model S auch an HPC-Ladestationen von Ionity oder Fastnet. Bei älteren Tesla Model S beträgt die maximale DC-Ladeleistung je nach Alter und Kilometerleistung etwa 120 kW.

An öffentlichen AC-Ladesäulen kann das Model S je nach verbautem Bordlader mit 16,5 kW, 11 kW oder 22 kW laden. Bis zum Facelift im Jahr 2016 besaß das Model S serienmäßig einen 11 kW Bordlader. Optional war ein Doppellader mit 22 kW erhältlich. Facelift-Modelle ab 2016 laden Wechselstrom immer mit 16,5 kW.

Ladezeiten und Ladeoptionen

Fragen zum Tesla Model S